Anlage eines naturnahen Gartenteiches.
Bevor Sie sich an den Bau eines Gartenteiches machen, sollten
Sie sich entscheiden, was für einen Teich Sie sich wünschen.
Bitte lesen Sie deshalb das vorhergehende Kapitel:
Feuchtbiotop oder Zierfischteich?
In dieser Seite kann nur eine stark gekürzte Anleitung
zur Anlage eines naturnahen Gartenteiches beschrieben werden. Eine sehr
ausführliche Anleitung erhalten Sie in der PC-homepage www.hydro-kosmos.de.
Ein naturnaher Gartenteich soll einheimischen Amphibien
und Insekten einen Ersatzlebensraum bieten und ihnen so die Möglichkeit
zur Fortpflanzung geben. Noch vorhandene natürliche Kleingewässer
sollten demnach als Vorbilder dienen.
Da sich entscheidende Vorteile von Folienteichen gegenüber
allen anderen Arten von Teichen herausgestellt haben, soll hier nur die
Anlage eines solchen Folienteiches besprochen werden, der in Terrassen,
evtl. auch mit Sumpfzone gestaltet wird. Auch wenn von der folgenden Anleiutung
abgewichen wird, kann kaum etwas schief gehen, solange die Grundregeln
befolgt werden.
Die 7 Grundregeln
1. Nährstoffarmer Boden, d.h. keine Garten- oder
Teicherde, kein Pflanzensubstrat, keine Tone, Schlacken, Lava o.ä.
sondern ausschließlich Magersand.
2.Nur kalkfreien Sand (Quarzsand) und Kies, wenn neutrales
oder saures Wasser gewünscht wird.
3. Wenn möglich, nur Regenwasser verwenden.
4.Keinerlei Dünger in das Wasser.
5. Wuchernde Wasser- und Sumpfpflanzen in Töpfen
mit Sand, nicht wie oft beschrieben mit Gartenerde pflanzen.
6. Auch der Teichrand darf nur mit Sand belegt werden
7.Filteranlagen, Umwälzpumpen, Springbrunnen oder
Chemie gehören nicht in einen naturnahen (fischlosen) Gartenteich.
1. Planung
- Bestimmung der Lage. Ideal sind ausgeglichene
Sonnen- und Schattenpartien.
- Die Größe hängt von der Größe
des Gartens ab.
- Tiefe nicht geringer als 80 cm an der tiefsten Stelle.
- Form oval, nierenförmig, oder anders, jedoch möglichst
nicht wie ein rechteckiges Schwimmbadbecken.
- Die Terrassenstufen sollten ungefähr festgelegt
werden.
2. Aushub.
- Abstecken der Umrisse mit einer Schnur. Der Teichrand
sollte je nach Größe des Teiches einige Zentimeter betragen
- Ausheben der ersten Lage bis zur Höhe der vorgesehenen
Wasseroberfläche. Die gleichmäßige Tiefe wird mit einer
Schlauchwaage bestimmt.
- Ausheben und Gestalten der anderen Terrassenstufen
bis zur endgültigen Teichtiefe.
- Vorsicht! Abgetragenes
Material kann nur schlecht wieder befestigt werden.
- Geröll, Steine und Wurzelwerk werden sorgfältig
entfernt, Boden und Stufen wenn nötig mit einer Schicht Sand bedeckt.
3. Auslegen der Folie.
- Teichfolien gibt es im einschlägigen Fachhandel
(Zoogeschäfte und Baufachmärkte) in verschiedenen Dicken,
( 8-15 mm) Farben und seit einigen Jahren auch in unterschiedlichen (flexibleren)
Materialien.
- Bei kleineren Teichen bis etwa 3 qm kann man die (8
mm) Folie ohne Schwierigkeiten selbst verlegen. Bei größeren
Teichen muss man die entsprechend dickere und schwerere Folie evtl. von
Fachleuten passend zuschneiden, Schweßen und verlegen lassen.
4. Bodensubstrat.
- Die tiefste Stelle des Teiches kann substratfrei bleiben
und darf bereits jetzt bis zur untersten Terrassestufe mit Wasser aufgefüllt
werden.
- Da der Nährstoffgehalt des Wassers so nährstoffarm
wie möglich gehalten werden muss, darf als Bodensubstrat
ausschließlich Magersand verwendet werden. Man erhält ihn am
preiswertesten im Baustoffhandel. Der manchmal vorgewaschene Sand
mit einer Körnung über 0,6 mm wird zum Herstellen von Mörtel
und Verputz verwendet.
- Die einzelnen Terrassenstufen werden nun nacheinander
mit einer 10 bis 20 cm dicken Schicht Magersand aufgefüllt,
bepflanzt und nacheinander mit Wasser aufgefüllt.
- Der Teichrand wird noch nicht bearbeitet, da
in den nächsten 3 Wochen sich die Folie durch das Gewicht des Wassers
noch an die Muldenform anpasst.
5. Pflanzen
- Als Pflanzen eignen sich alle einheimischen Unterwasser-,
Schwimm-, Schwimmblatt- und Sumpfpflanzen, die in Wasserpflanzengärtnereien
und Zoogeschäften angeboten werden.
- Vorsicht! Alle tropischen
Arten halten sich nur im Sommer und eutrophieren im Winter das Wasser unnötig.
6. Wasser.
- Zumindest bei größeren Teichen sollte
aus Gründen des Umweltschutzes die Verwendung von Trinkwasser vermieden
werden. Ausreichende Wassermengen können durch Ableitung des
Regenwassers vom Dach direkt in den Teich gewonnen werden. Das oft
veröffentlichte Argument des sehr hohen Schadstoffeintrags braucht
nicht zu schrecken, denn ausreichende Bepflanzung reinigt das Wasser
in einem naturnahen Teich sehr schnell.
- Sollte die Regenmenge nicht ausreichen, könnte
ein Brunnen die fehlende Wassermenge ersetzen.
7. Sumpfgebiet und Teichrand.
- Nach etwa drei Wochen kann die Teichfolie am Teichrand
abgeschnitten, der Teichrand und das Sumpfgebiet mit Sand aufgefüllt
und mit geeigneten Pflanzen bepflanzt werden.
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© G.H.Stanjek